Mittwoch, 16. März 2011

Eine Schale Reis, Reflektion

Der Tag danach

Heute konnte ich wieder essen, was ich will- Soviel ich will.

Ich war heute vormittag in meiner Gemeinde und habe mich über das Buffet gefreut.
Es gibt immer so schöne Sachen: Brötchen, Brot, eine gute Auswahl an Wurst und Käse, Marmeladen, Cornflakes und Obst.

Ich habe 1,5 Brötchen gegessen und die richtig genossen. Ganz ohne Magenbambule :)

Ich habe mich richtig gefreut, allein schon das frische Brötchen zu riechen...

Was für ein Privileg ist es doch, in Deutschland zu leben und eine unendlich große Auswahl an Essen zu haben.

Ich bin wirklich so dankbar, dass ich essen kann, was und wann ich möchte.

In der letzten Woche ist mir das richtig bewusst geworden.
Es ist nicht selbstverständlich, wenn man sich mit der Welt vergleicht.

Wir leben in einem der reichsten Länder dieser Erde!
Das muss man sich mal vor Augen führen.

Wir sind in der Pflicht, die Armen zu unterstützen, aber wir sind so mit unseren Luxusproblemen beschäftigt...

Es schreit in mir, die beschissenen Missstände dieser Erde zu bekämpfen.

... Aber wie?

http://aktion-eine-schale-reis.de/

Dienstag, 15. März 2011

3 Minuten!


16 Minuten nach Mitternacht


Bauchschmerzen.

Von so ein bisschen Schokolade.... Unglaublich :D

Eine Schale Reis, Tag 7

Endspurt!

Gleich ist es geschafft. Noch 30 Minuten, dann ist Mitternacht!

Und dann werde ich feierlich meine Fair Trade- Überraschungsei- Schokolade, das ich am Wochenende bekommen habe, auspacken und genießen!

Ah, wie ich mich darauf freue. Es liegt schon seit einer Stunde neben mir.

Ich habe vor einer Woche abends gegen 18 Uhr das letzte Mal etwas gegessen und da ich Semesterferien habe und viel in der Nacht lebe, ist es für mich nicht "vorgegriffen", wenn ich um Mitternacht schon esse, weil ich um Mitternacht auch offiziell begonnen habe.

Der Tag heute war zu hektisch, um Reis zu essen.
Ich wollte in die Stadt fahren und einiges erledigen, aber mein Papierchaos kam mir in die Quere, ich hab dann die Zeit vertüddelt, bin losgefahren und hab gemerkt, dass ich vor 21 Uhr gar nicht mehr nach Hause komme.

Ich hatte bis dahin noch nichts gegessen und konnte unterwegs ja auch nicht.
Ich hab also heute Abend den Rest von gestern aufgegessen- Aber nur, weil er noch da war.
Hunger hatte ich nicht.
Und die Portion von heute steht noch ungekocht im Glas auf dem Tisch.

Ich kann keinen Reis mehr sehen!

Ich habe heute wieder viele essende Menschen gesehen, saß mit einem Freund im Auto, der sich ein Menü vom Brötchendoppeldeckerkönig gekauft hat und da hat mein Magen zwar geknurrt, aber ein wirkliches Hungergefühl verspüre ich nicht.

Ich könnte vom Gefühl her theoretisch jetzt eine Zeit richtiges Fasten ranhängen (werde ich aber nicht machen), nur: mit Reis darf mir so schnell keiner mehr kommen.

Ich lehne hiermit freundlich, aber ausdrücklich jede Einladung zum Reisessen ab!

Ich hab mich immer noch nicht entschieden, was ich essen möchte, wenn ich in 30 Minuten wieder essen darf.
Bis auf mein Ü-Ei.

Ich stand heute im Laden und hab überlegt, was ich mitnehme.
Und konte mich nicht entscheiden, ich wollte ALLES und nichts.
Es war die komplette Reizüberflutung und ich bin ohne Essen wieder rausgegangen.

Ich werde morgen in die Gemeinde fahren und am Frühstück teilmehmen.
Das wird ein Fest!
Obwohl es "nur" Brötchen und so gibt.
Wenn ich nur daran denke, wie es klingt, wenn ein knuspriges, frisches Brötchen geschnitten wird. Ach jaaa.....

Hier abschließend noch mal der Link der Homepage. Den sollte ich ja fleißig Tag für Tag posten.
http://aktion-eine-schale-reis.de/

Montag, 14. März 2011

Eine Schale Reis, Tag 6

Später Abend

Ich habe noch die Hälfte vom Reis übrig und hab absolut keinen Hunger.
Ich würde jetzt nichts mehr runterbekommen und wenn es mein Lieblingsessen wäre.
(Gut, dazu müsste ich erst mal wissen, was ich wirklich am Liebsten esse...)

Morgen ist der letzte Tag.
Noch 24,5 Stunden.

Ich bin wirklich froh, dass die Woche sich ihrem Ende neigt.

Aber es war die Mühen und Leiden wert.
Ich habe wirklich intensive Erfahrungen gemacht.
Aber dazu mehr, wenn ich es hinter mir habe.

Eine Schale Reis, Tag 6

Nachmittag

Ich habe heute vormittag noch Reis von gestern gegessen und immer noch etwas übrig und nur am 1. und 2. Tag aufgegessen.
Die Portion für heute steht also noch in der Küche, ungekocht.

Ich habe seit gestern Abend hunger.
Nicht quälend oder schmerzhaft, aber schon so, dass der Magen grummelt und zeigt, dass er was haben will.
Aber wenn ich vor dem Reis sitze, dann... Dieser Geruch. Das geht gar nicht. Nicht, dass der Reis stinken würde, aber ich kann es einfach nicht mehr riechen. Da vergeht mir der Appetit.

Ich bekomme den Reis auch nur noch warm runter und wenn er frisch gekocht ist.
Ich brauche mir nichts aufheben, denn wenn ich da tu, dann esse ich es hinterher ohnehin nicht mehr gern.
Ich werde also heute Abend meinen Reis kochen und den versuchen, im Ganzen aufzuessen.

Morgen ist der letzte Tag- endlich.
Wie lang so eine Woche sein kann...

Ich war mir am Anfang auch ganz sicher, dass mir der Reis nicht fad wird, ja ich hab am ersten Tag noch euphorisch den Geschmack des (da sogar noch ungewürzten) Reis gelobt und hätte nicht gedacht, dass sich dieses Denken innerhalb von 3 Tagen so enorm wandeln kann.

10 Minuten später

Planänderung.
Es gibt jetzt Reis. Hunger!

Weitere 30 Minuten später

Boah nee, wie das aus dem Kochtopf schon roch... Und wie das aussieht...
Ich hab jetzt ein paar Löffel gegessen, aber das geht gar nicht.
Schlimm.

Nur noch morgen...

Sonntag, 13. März 2011

Eine Schale Reis, Tag 4 und 5

Rückblick

Ich war von gestern auf heute auf dem Ehemaligentreffen meines diakonischen Jahres (FSJ) und wenn ich daran zurückdenke, kommen mir zuerst nicht etwa folgende Worte in den Sinn:

- Freunde wiedergesehen
- Gospelchor
- Spaß
- Freude

sondern:

- Donauwelle
- Torten
- Apfelkuchen
- Hähnchenschenkel
- Kräuterbaguette
- Gemüse
- Kartoffeln
- Chips
- Salzstangen
- Croissants
- Brötchen
- Kakao
- Brot
- Rühreier

Ich denke sofort an all die Leckereien, die es abends am Buffet, die ganze Nacht auf den Tischen und morgens beim Brunchen gab.
Und ich habe nichts davon gegessen.

Es war... doof.
Aber nicht so schlimm wie befürchtet.

Ich hatte keinen Hunger, den ganzen Tag nicht.
Ich bin um 7 Uhr losgefahren und hab um 9 Uhr in der Bahn ein bisschen Reis gegessen- Mann, wie der schon riecht, da wird mir ganz anders.

Ich habe keine Lust mehr auf Reis und würde am Liebsten komplett aufs Essen verzichten, aber Essen muss sein, sonst ist der Sinn der Aktion verfehlt und ich merke für mich- und das hätte ich noch vor 4 Tagen niemals gedacht- 100 Gramm sind zu viel.

Ich habe noch so viel übrig bekomm es einfach nicht runter.

Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich ohnehin kein Reisesser bin und ich befürchte, das wird sich in Zukunft auch nicht ändern.
Ab Mittwoch werde ich freiwillig und ohne die leiseste Entzugserscheinung Reis fasten. Vielleicht.

Und mir ist aufgefallen, wie extrem und auch wie unbewusst mein Fokus auf Nahrung geht:

Am späten Abend wurden die Hähnchenschenkel noch mal hingestellt und jedes Mal, wenn wir an diesem Tisch vorbeigingen, hatte ich das Gefühl, das Fleisch würde mir direkt unter die Nase gehalten und nur so in meine Atemwege dampfen.
Meine Freunde haben den Duft nicht einmal wahrgenommen.
Ist das nicht verrückt?

Beim Frühstück: Überall Krümel.
Wie viele Menschen könnte man wohl nur mit den Krümeln satt bekommen, die wir jeden Morgen wegwerfen?

Die Jugendherberge hatte kleine Waffelbecher ausgelegt, in die man sich Marmelade füllen konnte, für den Weg vom Buffet zum Tisch. Einige Teilnehmer haben die Waffel aber nicht gegessen, sondern weggeworfen- und die Marmelade eingefüllt mit dem Wissen, dass sie diese Waffel nicht essen werden.

... Was für eine Überflussgesellschaft!

Ich habe mich dabei erwischt, wie ich jeden zur Rede stellen wollte, wenn er seine Butterpackung (ich hasse diese abgepackten Teile seit eh und je!) nicht leergemacht hat oder Reste wegwerfen wollte.
Wenn die Leute, ohne das Fleisch vom Hähnchen vernünftig abzufummeln, die Keule in die Mülltonne wandern lassen und sich eine Neue holen: Wir haben's ja.

Ich weiß: ich habe es oft nicht anders gemacht.
Und ich rege mich jedes Mal auf, wenn ich in der Mensa meine Portion nicht schaffe (die sind aber auch so groß) und die Reste wegwerfen muss.
Ich rege mich auf, wenn mir Brot verschimmelt- "das passiert".
Das darf nicht passieren!

Man muss bei so einer Aktion auch mit den Reaktionen der Mitmenschen leben.
Neben der "Anerkennung", die einem entgegengebracht wird, bietet so eine "Reis- Woche" auch eine herrliche Basis für Spott. ("Kennst du die Band SunREIS Avenue?" und Helge Schneider singt: "Es gibt Reis, Baby")

Meine Freunde hatten die herrlichsten Leckereien (die in meiner Phantasie sicher unverhältnismäßig köstlich auf mich wirkten) auf den Tellern und wurden nicht müde, über den Geschmack zu reden.

Ich habs mit einem Lächeln (,ein paar Sprüchen) und einem Löffel kalten und absolut unattraktivem Reis ertragen.

Zum Glück hatte ich keinen großen Hunger und musste nur gegen das Appetitgefühl kämpfen und das fiel mir leichter als gedacht. Ich hatte echt Bammel vor den Mahlzeiten, aber ich hatte ja neben dem Reis noch meine Multivitamintablette und Früchtetee.

Noch während des Essens brachen mehrere Teilnehmer in Richtung McDonalds auf, um noch ein paar Burger zu essen.
Das Essen- habe ich mir sagen lassen- war wirklich gut und diese Leute haben nichts besseres zu tun, als sich gleich noch ein/zwei Cheeseburger reinzustopfen.
Und in der Herberge werden Lebensmittel weggeworfen.

Meine Gedanken werden dominiert vom Essen.

Allerdings weiß ich immer noch nicht, was ich essen soll, wenn ich wieder darf.
Ich hab so viele Pläne und Appetit auf alles.
Wahrscheinlich werd ich aber gar keinen Hunger haben.
Ich habe heute ein Fair- Trade- Überraschungsei (mit Fair Trade- Schokolade UND Spielzeug) bekommen und schon an der Schokolade gerochen, das wird das Erste sein ...... Noch 50 Stunden....

Ich wurde gestern (vielleicht auch im Scherz) gefragt, ob ich nicht diesen Tag pausieren wolle. Ich könne den Tag ja hinten anhängen oder noch mal bei Null anfangen und dann 7 Tage durchziehen.
Aber das nicht der Sinn der Aktion.

Zum Einen kann man sich nicht aussuchen, dass man jetzt mal in der Not an ein geiles Buffet spaziert- Wie soll ich nachempfinden, wie es ist, wenn man nicht essen kann, was und wann man will, wenn ich mal eben einen Abend pausiere, weil es gutes Essen gibt?

Zum Anderen werde ich sicher nicht 4 Tage Reis für ein Hühnchenschenkel opfern und dann hinterher noch mal 7 Tage... NEIN!

Heute nachmittag habe ich mir meine heutige Tagesration Reis gekocht und nach dem kalten Reis war der frische, warme Reis ein richtiges kleines Fest. Ich hab gut gegessen! Mindestens 70 Gramm ;)

Ich merke aber schon, dass ich keine Lust mehr habe.
Ich bin froh, wenn die 7 Tage rum sind.
Noch 50 Stunden...

Freitag, 11. März 2011

Eine Schale Reis, Tag 3

Später Abend

Der Reis und ich haben Streit.
Er muss im Kühlschrank übernachten.

Eine Schale Reis, Tag 3

Nachmittag

Heute war ein komischer Tag.

Ich habe den ganzen Tag keinen Hunger verspürt und den Reis bis jetzt (17.45 Uhr) noch nicht einmal gekocht.
Auch kreisen meine Gedanken immer weniger ums Essen.

Ich war heute Getränke und Kaugummis (ich möchte beim Seminar nicht riechen, wenn ich so gut wie nichts esse) einkaufen und mir ist schon aufgefallen, dass ich die Gerüche der Imbissbuden und Bäcker intensiver wahrnehme.

Aber im Laden war es nicht schwer, an all den Lebensmitteln vorbeizugehen.
Mein Magen hat einmal am Vormittag kurz gegrummelt und ist seitdem still.

Vielleicht war der Weg über den Berg auch ein bisschen anstrengender als sonst, aber wenn man so genau darauf zu gucken versucht, redet man sich auch allerhand ein.

Ich glaube, es sind wirklich oft Angebot, Appetit und Duft, die uns zum essen verleiten.
Gestern gab es eine Situation, da ging ich in die Küche, um einen Löffel Reis zu essen.
Dann bin ich stehengeblieben und habe mich gefragt:
Warum geh ich jetzt zum Kühlschrank?
Weil ich hunger habe? Habe ich Hunger?
Weil ich essen möchte?
Oder weil noch Reis da ist?

"Weil noch was da ist" - Das ist kein Grund zu essen. Also habe ich es gelassen.

Abend

Es ist 19 Uhr und jetzt find ichs doof.
ich hab meine genervten 5 Minuten!

Ich hab den Reis gekocht, bekomm den aber kaum runter.
Wie langweilig ist denn bitte Reis?
Ich hab den schon mit Brühe gewürzt und stelle mir vor, es schmecke wie Hühnerfrikassee.
Tut es nicht.

Ich habe gerade mal die halbe Schüssel leer und kann nicht mehr.
Und mein Magen grummelt.
Und ich habe Durchfall bekommen.

Ich denke, ich werde den Reis später noch aufessen, mein Körper kann es brauchen...

Donnerstag, 10. März 2011

Eine Schale Reis, Tag 2

Nachmittag

Hmm... Ich bin heute morgen aufgewacht und habe erwartet, dass mein Magen knurrt.
Nichts.
Ich hatte zwar Kopfschmerzen, aber da ich die ohnehin regelmäßig habe, gebe ich der Aktion nicht die Schuld daran.

Jetzt ist es 16 Uhr.

Ich habe vor knapp 2 Stunden meinen Reis gekocht und dann nebenher immer wieder ein Löffelchen davon gegessen, natürlich immer oft gekauft. Das soll ja gut sein.

Dann fiel mir auf, dass ich den nicht esse, weil ich Hunger habe, sondern weil er ja einigermaßen gut schmeckt und warm ist. Und dann, dass ich schon ein Drittel weggegessen habe.
Man isst halt so nebenbei...

Ich habe den Reis dann weggestellt. Wer weiß, ob ich nicht doch noch hungrig werde.
Geknurrt hat mein Magen heute jedenfalls noch nicht.

Aber ich merke, dass ich mehr trinke... Ich bin mal auf Toilette.

Abend

Um 18. 30 Uhr habe ich den letzten Reis gegessen.
Zwischendurch hab ich immer wieder mal einen Löffel Reis gegessen, aber mehr, weil ich essen wollte als aus Hunger.
Hunger hatte ich den ganzen Tag nicht.

Essen ist Angewohnheit.
Ich überlege viel, was ich alles gern essen würde und plane, was ich nach der Woche als Erstes mache: Fleisch braten? Kuchen backen? Oder ein Vollkornbrötchen?
Eines wird es bestimmt nicht: Reis.

Wobei, noch bin ich nicht genervt.

Mal sehen, wie es morgen wird.

Bisher habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich mehr müde oder schwächer bin als sonst.

Mittwoch, 9. März 2011

Eine Schale Reis, Tag 1

Abend

Der erste Tag ist geschafft.

Heute Mittag habe ich den Reis für die kommenden Tage rationiert:



Zu den 500 Gramm aus der Packung habe ich noch 2 Portionen für die letzten Tage abgefüllt.
700 Gramm für 7 Tage..

Schon beim Abfüllen wurde ich geizig:

Was machst du, wenn dir beim Reis einfüllen 4 Körner danebenfallen?
Vielleicht wischst du sie von der Arbeitsfläche auf den Boden, da du morgen ohnehin fegen wolltest?
Ich habe sie akribisch eingesammelt und auf die Gläser verteilt und darüber nachgedacht, wie die Woche wohl werden wird:

Wie wird sich der Hunger auf die Gemütslage auswirken?
Werde ich schlecht gelaunt sein?
Werde ich nur noch über Essen nachdenken?
Wie wird sich der Hunger anfühlen?



Nachdem ich meinen Reis gekocht hab- im Topf sah es echt spärlich aus und ich hatte Angst, dass etwas am Boden kleben bleibt und ich es somit verliere- habe ich vor der Schüssel gesessen, einzelne Körner gegessen und versucht, Strategien zu entwickeln:

Wenn ich jetzt was esse, ist dann der Hunger später vielleicht nicht so stark?
Wenn ich jetzt nichts esse und warte, bis der Magen richtig knurrt, werde ich dann die ganze Schüssel leeren und für heute Abend nichts mehr übrig haben?

Ich habe den Reis irgendwann aus dem Sichtfeld gestellt.
Ich denke die ganze Zeit über diese kleine Menge nach.



Jetzt ist es 22 Uhr.
Ich hatte bis eben noch fast eine halbe Schale übrig und habe diese warm gemacht und gegessen.
Mit ein bisschen Brühepulver, so ganz ungesalzen muss es dann doch nicht sein- Es geht ja um die Essensmenge und die mache ich mir ja nicht unwiderstehlich köstlich.

Ich habe den Tag ganz gut überstanden und habe die Schale eben mehr aus dem Grund leergegessen, weil noch "so viel" da war als das mich der Hunger getrieben hätte.

Ich merke, dass meine Gedanken schon jetzt viel um das Thema Essen kreisen und ich habe heute in der Stadt überall Meschen gesehen, die Essen verkauft oder etwas gegessen haben.

Und ich befürchte, das wird in den kommenden Tagen noch schlimmer.

Eine Schale Reis, Tag 1

Vormittag


Jetzt geht es also los.


Eine Woche lang werde ich täglich nur eine Schale Reis essen.



Nach einiger Recherche habe ich herausgefunden, dass man wohl 100 Gramm Brutto nimmt.

Das ist leider auf der Internetseite www.aktion-eine-schale-reis.de (die ich in jedem Eintrag verlinken soll und es hiermit auch mache) nicht angegeben.


Gekocht wird es also doch ein bisschen mehr sein.

Wie viel (auch optisch) weiß ich noch nicht.


Letzte Nacht habe ich geträumt, dass ich unterwegs war und ein "Twix" dabeihatte und als ich es gerade essen wollte und schon die Schokolade auf der Zunge spürte, fiel mir ein, dass es nicht geht..


Die Aktion hat noch nicht mal begonnen und schon träume ich vom Essen. Das kann ja heiter werden.

Ich hoffe aber, ich bin am Tag so diszipliniert wie des Nachts.


Es ist jetzt 11.15 Uhr und vor 30 Minuten hat mein Magen das erste Mal auf sich aufmerksam gemacht.

Ich werde gleich meine Ration Reis kochen und anfangen zu trinken.


Trinken ist ja auch so ein Thema… Ich trinke immer zu wenig.

Mal sehen, ob ich das diese Woche (gern auch nachhaltig) ändern kann..


Dienstag, 8. März 2011

Eine Schale Reis

Letztes Jahr habe ich im Internet von der Aktion


gelesen.

Laut den Initiatoren hat rund ein Drittel der Weltbevölkerung Tag für Tag nur eine Schale Reis zu essen.

Wir hören, sehen und lesen so viel vom Elend in der Welt, davon, dass weltweit Menschen hungern.
Wir hören das, fühlen uns betroffen und werfen 2 Stunden später 300 Gramm Lebensmittel in die Tonne. Reste. Oder weil es nicht mehr so frisch ist.
Weil man es vergessen hat zu essen, weil ,an ja noch so viele andere leckere Sachen hatte.

Mal ehrlich: Es sagt uns doch gar nichts, dieses "Eine Schale Reis am Tag und mehr nicht".
Wir können das nicht nachfühlen, können nicht verstehen, was das bedeutet.
Nicht in unserem Land.

Wir können nicht durch unsere Stadt gehen, ohne überall Essen zu sehen- Ob Bäcker, Imbiss, Hähchenwagen oder Gaststätte, überall wird uns Essen angeboten und immer wieder kaufen wir, ohne wirklich Hunter zu haben.

Die Aktion "Eine Schale Reis" lädt dazu ein, mitzumachen und eine Woche lang nur Reis zu essen (gekocht 100g) und nachzufühlen, was es bedeutet, wenn man so leben und essen muss.

Ich mache mit.
Um mir das bewusst zu machen.
Um wieder eine Saare Tabitha- Aktion zu haben.

Weil es meinen Horizont erweitert.
Weil es mir nicht schadet.
Weil ich es erleben möchte.

Ich habe mir ausgesucht, morgen zu starten: Beginn der Fastenzeit.

Was ich nicht bedacht habe: Ich bin am Wochenende auf einem Seminar (Ehemaligentreffen vom sozialen Jahr) und da wird es sicher Unmengen an Gutem Essen, Süßigkeiten und Knabbereien, leckeren Getränken und so geben... Ich werde mit meinem Reis anreisen.

Aber das ist eine große Herausforderung und ich glaube, dass das eine intensive Erfahrung wird.
Mir knurrt jetzt schon der Magen und ich hoffe, dass es nicht auf meine gute Laune schlagen wird.

Übrigens geht jeden Tag 5€ in die Saare Tabitha- Kasse, weil ich ja für die ganze Woche so gut wie nichts ausgebe.
Ich habe ja nur meinen (Fair Trade, wenn schon denn schon)- Reis als Lebensmittelkosten.

Ich werde berichten.



Mittwoch, 2. März 2011

Fasten für Saare Tabitha

Fastenzeit

Bewusst verzichten.

Eigentlich hab ich die Fastenzeit nie so für mich ernst genommen.
Ich habe Freunde, die jedes Jahr mitmachen und auf dies und das verzichten: Eine Freundin entsagt Jahr für Jahr der Cola Light und Andere nehmen Abstand von Süßigkeiten , Alkohol, Zigaretten oder haben andere Sachen, die sie weglassen.

Ich hab immer den Start verpasst oder wusste nicht, was ich weglassen soll.

Dieses Jahr werde ich das erste Mal aktiv und bewusst fasten.
Fasten für Saare Tabitha.

Ich werde an der Aktion "Eine Schale Reis" teilnehmen.
Dazu im nächsten Artikel mehr. :)